Holzsorten & Materialien
Holz ist nicht gleich Holz.
Jede Sorte erzählt durch ihre Maserung, Farbe und Härte eine eigene Geschichte. In meiner Werkstatt verarbeite ich vorrangig heimische Hölzer aus der Nachbarschaft – vom charakterstarken Apfelbaum bis zur edlen Walnuss. Entdecken Sie hier die besonderen Eigenschaften der Hölzer, die meinen Werkstücken ihre Seele verleihen.
Das Holz der Mirabelle (Prunus domestica subsp. syriaca), auch als Gelbe Zwetschge bezeichnet, ist eine Unterart der Pflaume (Prunus domestica). Es handelt sich um ein ästhetisch äußerst ansprechendes Edelholz, das zumeist sehr feine, eng beieinander liegende Jahresringe aufweist, was auf ein langsames Wachstum hindeutet.
Das Splintholz ist relativ hell und schmal, während das Kernholz eine deutlich dunklere, oft rötlich-violette bis braune Färbung annimmt. Die Abgrenzung zwischen Splint und Kern ist bei der Mirabelle jedoch nicht immer so scharf ausgeprägt wie bei der herkömmlichen Hauszwetschge.
In seinen mechanischen Eigenschaften ist das Holz der Pflaume sehr ähnlich: Es ist **hart, sehr dicht und schwer**. Diese Dichte ermöglicht eine hervorragende Oberflächengüte, erfordert jedoch beim Bearbeiten scharfes Werkzeug. Aufgrund der feinen Faserstruktur lassen sich selbst kleinste Details präzise ausarbeiten, ohne dass das Holz ausreißt.
Die Echte Walnuss (Juglans regia) aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) ist ein klassischer Kernholzbaum. Das Holz zählt zu den wertvollsten heimischen Edelhölzern.
Kern- und Splintholz unterscheiden sich deutlich: Das schmale Splintholz ist hellfarbig, von grauweiß bis rötlichweiß. Die Färbung des Kernholzes variiert stark je nach Standort und Alter – das Spektrum reicht von mattgrau über hellbraun bis hin zu einem tiefen Dunkelbraun, oft durchzogen von dunklen Streifen. Die markanten Jahresringe verleihen dem Holz eine lebendige, dekorative Zeichnung.
Besonders begehrt sind die **Maserknollen**: Diese entstehen im Stamm-Wurzel-Übergangsbereich durch knollenartige Verdickungen und liefern ein extrem wild gemasertes Holz für exklusive Furniere und Drechselarbeiten.
Die Olive (Olea europaea) ist ein charakteristischer, immergrüner Baum des Mittelmeerraums und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Einige Exemplare erreichen ein Alter von mehreren hundert, in Einzelfällen sogar über tausend Jahren.
Der Baum wächst extrem langsam und erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 20 Metern. Das Holz der Olive ist außergewöhnlich **dicht, hart und dauerhaft**. Besonders bei alten, knorrigen Bäumen zeigt das Holz eine spektakuläre, oft durch Wechseldrehwuchs geprägte Maserung. Die Textur ist sehr fein und ebenmäßig, während das Farbspektrum von hellem Gelb bis zu tiefem Dunkelbraun reicht, oft durchzogen von dunklen, wolkenartigen Strukturen.
Padouk (Pterocarpus) ist eine Gattung von Laubbäumen, die in den Tropen Süd- und Südostasiens sowie Afrikas beheimatet ist. Unter dieser Bezeichnung werden verschiedene Arten gehandelt, deren wichtigste Vertreter sind:
- Manila-Padouk (Pterocarpus indicus) – Südostasien
- Burma-Padouk (Pterocarpus macrocarpus) – Südostasien
- Afrikanisches Padouk / Muninga (Pterocarpus angolensis) – Zentral- und Ostafrika
- Afrikanisches Padouk / Korallenholz (Pterocarpus soyauxii) – West- und Zentralafrika
Das Holz ist berühmt für sein farbenprächtiges Kernholz, das von leuchtendem Korallenrot bis zu tiefem Violettbraun variiert. Es besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit und ist **resistent gegen Pilz- und Insektenbefall**. Im getrockneten Zustand weist es ein **hervorragendes Stehvermögen** auf und arbeitet kaum noch.
Im Holzhandel wird unter dem Begriff „Rosenholz“ meist das Holz des Tulip-Baumes (Dalbergia decipularis) oder andere Palisander-Arten verstanden. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den hier beschriebenen Objekten ausschließlich um das echte Holz der Rose (Gattung Rosa), gewonnen aus den massiven, verholzten Wurzelknollen alter Rosenstöcke.
Die Gewinnung dieses Holzes ist extrem mühsam, da nur sehr alte Pflanzen ausreichend dimensionierte Wurzelstöcke ausbilden. Das Holz der echten Rose ist im Vergleich zu tropischen Harthölzern **relativ weich**, besticht jedoch durch eine außergewöhnlich lebhafte und oft punktartig geflammte Maserung, die in ihrer Komplexität an Maserknollen erinnert.
Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), oft auch als Gemeine oder Weiße Rosskastanie bezeichnet, ist ein schnellwüchsiger Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreicht und ein Alter von 300 bis 400 Jahren erlangen kann.
Botanisch gehört die Rosskastanie zu den **Splintholzbäumen**, was bedeutet, dass sich Splint- und Kernholz farblich kaum voneinander unterscheiden. Das Holz weist eine helle, gelblich-weiße bis zart bräunliche Färbung auf. Die Textur ist sehr fein und gleichmäßig, während die Maserung im regulären Stammholz eher schlicht und unaufdringlich wirkt.
In der Fachsprache wird das Holz der Ulme (Ulmus) als Rüster bezeichnet. Während „Ulme“ den lebenden Baum benennt, bezieht sich „Rüster“ spezifisch auf das verarbeitete Holz. Ein kritisches Thema für den Bestand ist das sogenannte Ulmensterben, eine durch einen Schlauchpilz hervorgerufene Welkekrankheit, die weltweit zu massiven Bestandsverlusten geführt hat.
Die Ulme ist ein **Kernreifholzbaum**. Das Holz, insbesondere das der Bergulme, ist deutlich ringporig strukturiert. Es lässt sich farblich in drei Zonen unterteilen: Das helle, gelblich-weiße Splintholz, das hellbraune Reifholz und das deutlich dunklere, blassbraune bis rötliche Kernholz. Rüster ist ein ausgesprochen **zähes, mäßig hartes und elastisches** Holz.
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Der Runzelblättrige Schneeball (Viburnum rhytidophyllum) ist ursprünglich in China beheimatet und wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa als robuster Zierstrauch geschätzt.
Das schwere und auffallend harte Holz verströmt im frischen Zustand einen charakteristischen, eher unangenehmen Duft. Farblich lässt es sich in einen schmalen, weißlich bis rötlich-weißen Splint und ein deutlich davon abgesetztes, gelbbraunes Kernholz unterteilen. Die Jahresringe sind im Holzbild nur undeutlich zu erkennen, was auf eine sehr feine und dichte Struktur hinweist.
Beim Weißdorn wird primär zwischen dem Eingriffligen Weißdorn (Crataegus monogyna) und dem Zweigriffligen Weißdorn (Crataegus laevigata) unterschieden. Da sich die Hölzer beider Arten in ihren technologischen Eigenschaften kaum differenzieren lassen, werden sie im Holzhandel und Handwerk meist einheitlich behandelt.
Weißdorn liefert ein außergewöhnlich **hartes, zähes und elastisches** Holz mit markanten Markflecken. Aufgrund des oft unregelmäßigen Wuchses und der geringen Stammdurchmesser ist es heute im industriellen Bereich kaum noch gebräuchlich, wird jedoch im traditionellen **Bogenbau** und für hochwertige Werkzeugstiele nach wie vor hochgeschätzt.