In der Fachsprache wird das Holz der Ulme (Ulmus) als Rüster bezeichnet. Während „Ulme“ den lebenden Baum benennt, bezieht sich „Rüster“ spezifisch auf das verarbeitete Holz. Ein kritisches Thema für den Bestand ist das sogenannte Ulmensterben, eine durch einen Schlauchpilz hervorgerufene Welkekrankheit, die weltweit zu massiven Bestandsverlusten geführt hat.
Die Ulme ist ein **Kernreifholzbaum**. Das Holz, insbesondere das der Bergulme, ist deutlich ringporig strukturiert. Es lässt sich farblich in drei Zonen unterteilen: Das helle, gelblich-weiße Splintholz, das hellbraune Reifholz und das deutlich dunklere, blassbraune bis rötliche Kernholz. Rüster ist ein ausgesprochen **zähes, mäßig hartes und elastisches** Holz.
Physikalische Eigenschaften: Rüster zeichnet sich durch eine extrem hohe **Stoß- und Druckfestigkeit** aus. In seinen technologischen Eigenschaften steht es der Eiche in nichts nach und übertrifft diese teilweise sogar in der Zähigkeit. Ein herausragendes Merkmal ist das **sehr geringe Schwindmaß**; Rüster gehört zu den formstabilsten heimischen Hölzern und „arbeitet“ nach der Trocknung kaum noch.
Bearbeitung und Verwendung: Das Holz lässt sich hervorragend bearbeiten, beizen und polieren. Aufgrund seiner dekorativen Maserung ist es ein begehrtes Edelholz für den hochwertigen Möbelbau, Furniere, Parkett und Wandtäfelungen. Historisch war Rüster aufgrund seiner Zähigkeit das Standardholz für hochbelastete Wagnereiarbeiten wie Räder, Speichen und Felgen sowie für Langbögen und Gewehrschäfte.